Maik Nothnagel fordert anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung

am Montag, 03 Dezember 2012. Posted in Politik

Durchsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Noch immer kämpfen Menschen mit Behinderung mit Vorurteilen und Barrieren im täglichen Leben. Den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung nehme ich als inklusionspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag zum Anlass, erneut auf Defizite im gesellschaftlichen Miteinander aufmerksam zu machen.

In der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK), der Deutschland bekanntlich beigetreten ist, sind die Rechte der Menschen mit Behinderung zwar festgeschrieben, die Realität in Deutschland und auch in Thüringen sieht jedoch leider anders aus. Längst sind in Thüringen die Voraussetzungen dafür noch nicht geschaffen, dass Kinder mit besonderem Förderbedarf eine Regelschule besuchen können. Die Zahl der Arbeitslosen ist unter Menschen mit Behinderung seit 2009 weiter gestiegen, obwohl die Anzahl der Arbeitslosen an der Gesamtbevölkerung weiter gesunken ist. Menschen mit Behinderung weisen in Gesprächen immer wieder in Sachen Barrierefreiheit auf Defizite hin, die ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nach wie vor erschweren. Diese Erfahrungen habe ich auch in der Stadt sowie im Wartburgkreis machen müssen.

Wenn Inklusion Thüringen derzeit z.B. im Schulsystem nicht funktioniert, heißt das noch lange nicht, das was schlecht gemacht wird, auch schlecht ist, sondern das es an den Bedingungen im Freistaat scheitert.

Für die LINKE Thüringen steht fest, Inklusion ist in Thüringen noch stärker zu fördern und zu fordern! Ob im Bildungsystem oder auf dem Arbeitsmarkt, Sonderwelten und Barrieren schließen Menschen mit Behinderung von der gesellschaftlichen Teilhabe aus. Unser Ziel ist eine inklusive Gesellschaft. Inklusion betrifft nicht nur Schule und Bildung, sondern jeden Lebensbereich.

Jedes Jahr findet der Aktionstag unter einem anderen Motto statt: Im Jahr 2012 rufen die Vereinten Nationen dazu auf Barrieren abzubauen, um eine offene und inklusive Gesellschaft für alle zu ermöglichen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es dazu eines gesellschaftlichen Bewusstseins und Verständnisses braucht. Ansonsten bleibt die UN-BRK nur ein Wunschtraum der Menschen mit Behinderung. Vor allem muss das negative medizinisch defizitäre Behindertenbild überwunden werden. Neues Handeln erfordert in erster Linie neues Denken.