Maik Nothnagel im Gespräch mit der Eisenacher Behindertenbeauftragten am 24.10 2012

am Donnerstag, 25 Oktober 2012. Posted in Politik

von links nach rechts: Karin May - Mitarbeiterin im Abgeordnetenbüro Eisenach, Petra Braun - Behindertenbeauftragte der Stadt Eisenach und Maik Nothnagel. Fotografiert von der Assistentin Doreen Goll.

Ein anregender Erfahrungsaustausch war das Ergebnis einer Gesprächsrunde des Landtagsabgeordneten und inklusionspolitischen Sprechers der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Maik Nothnagel mit Eisenachs Behindertenbeauftragter Frau Petra Braun.

Gegenüber Frau Braun, die als Prokuristin im Fachbereich Arbeit des Diakonieverbundes Eisenach gGmbH arbeitet, konnte Herr Nothnagel ohne Umschweife mit den Problemen zur Sache kommen, die ihm in der kurzen Zeit seit der Eröffnung seines Wahlkreisbüros in der Georgenstraße 25 in Eisenach schon augenfällig wurden, wenn es um die Belange von Menschen mit Behinderungen geht.

Schnell wurde in dem Gespräch klar, dass diese auch schon lange die Anliegen von Frau Braun bei der Wahrnehmung ihrer städtischen Aufgaben sind. Zwar gibt es zwei Toiletten in der Stadt, die mit dem so genannten Euroschlüssel jederzeit für behinderte Menschen zugänglich sind, warum aber nicht an der für Innenstadtbesucher und Touristen  wichtigsten Tür  zur Toilette am Markt? Das trifft gleichermaßen auch für Behindertenparkplätze zu, die nicht ausreichend sind und auf die schwer überwindbaren Hindernisse für Rollstuhlfahrer beim Überqueren der Straße, weil die Neigung der Absenkungen nicht der DIN, die dafür vorgesehen ist, entspricht.

von links nach rechts: Karin May - Mitarbeiterin im Abgeordnetenbüro Eisenach, Petra Braun - Behindertenbeauftragte der Stadt Eisenach und Maik Nothnagel

Bauamtsleiterschulung war das Stichwort dazu im Hinblick auf das eigene Ausprobieren dessen, was für hinreichend erachtet wurde. Erfahrung lehrt Verändern! Gegenstand der Diskussion waren auch die fehlenden Wohnungen für ältere und für behinderte Menschen. „Es bedarf in der Stadt an einem abgestimmten Vorgehen, wie das beispielsweise in der Vergangenheit möglich war, als den Entscheidungen noch der Altenhilfeplan zugrunde lag“,  so Frau Braun.

Das trifft auch auf den „Wildwuchs“ beim Bau immer neuer Pflegeheime zu und ist nicht im Sinne des Landtagsabgeordneten, der ein Streiter für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist, die die Staaten verpflichtet, Voraussetzungen zu schaffen, damit Menschen mit Behinderungen von Kindergarten und Schule an bis ins Alter inmitten und nicht separiert von der Gesellschaft leben können.

Ein hohes Ziel. Es gibt bereits gute Ansätze in Eisenach. Auch Frau Braun hofft auf  viel mehr Eltern, die sich  für ihre behinderten Kinder in dieser Richtung einsetzen. Das ist noch ein langer Prozess, waren sich die Diskutanten einig. Aber am Anfang eines langen Weges stehen die ersten Schritte, und auch die Stadt Eisenach ist gut beraten, einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu erstellen als Leitfaden für den endlichen Erfolg.

 

Karin May