Zu Gast beim Jahresempfang des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe

am Montag, 20 Mai 2013.

Gast bei Jahresempfang des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe

Am Montag, den 13. Mai 2013 nahm ich am Jahresempfang des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, teil. Rund 400 Gäste waren zu diesem Empfang in die Nordrhein-Westfälische Landesvertretung in Berlin gekommen.

Wie schon vor zwei Jahren nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel an dem Empfang teil. Sie hat in ihrer Ansprache an diesem Abend wieder das Thema Inklusion gewählt und verwies darauf, dass es notwendig ist, die Rahmenbedingungen für die Inklusion im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention zu schaffen und damit die Chancen für Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft zu verbessern. "Der Umgang mit behinderten Menschen ist entscheidend für die Menschlichkeit der Gesellschaft", sagte die Kanzlerin.

Deshalb komme es auch darauf an, den Automatismus beim Übergang von Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung in die Werkstätten zu unterbrechen, betonte die Kanzlerin. Sie hob auch hervor, wie wichtig der gemeinsame Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern für eine inklusive Gesellschaft ist. Sie sprach sich für eine Reform des Systems der Eingliederungshilfe aus: „Wir müssen das System der Eingliederungshilfe grundlegend verändern. Im Mittelpunkt muss der selbstbestimmte Mensch stehen.“

Auch der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, sieht in der Frage der Eingliederungshilfe großen Handlungsbedarf. In seiner Rede erinnerte er daran, dass Teilhabe ein Menschenrecht ist, das spätestens seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention vor vier Jahren in Deutschland verwirklicht werden muss. Man könne Inklusion nicht erste verwirklichen, wenn man jeden mitgenommen habe. „Teilhabe ist Menschenrecht und da können Menschen mit Behinderungen nicht darauf warten, bis das auch der Letzte verstanden hat,“ so Hüppe.

Mit Spannung erwarte ich den angekündigten Regierungsbericht über die Situation behinderter Menschen in Deutschland, der noch in dieser Legislaturperiode beraten werden soll. Angesicht letztlich geschönter Regierungsberichte bin ich gespannt, ob die Situationsbeschreibungen der Bundesregierung mit den Lebenserfahrungen der Menschen mit Behinderungen übereinstimmen. Nur eine ehrliche Beschreibung der Lebenssituationen der Menschen mit Behinderungen und der Ursachen dafür wird helfen, die auf dem Empfang angekündigte und von den Verbänden seit längerem geforderte Weiterentwicklung des Aktionsplanes zur Behindertenrechtskonvention für die Betroffenen erfolgreich zu gestalten.

Der Schauspieler, Theaterproduzent und Modejournalist Erwin Aljukic. hatte das erste Wort auf dem Empfang. Er nutzte diese Gelegenheit, um aus ganz persönlicher Sicht auf die Alltagsbarrieren eines selbstbestimmten Lebens aufmerksam zu machen. „Die größten Barrieren, die Menschen mit Behinderungen zu überwinden haben, sind nicht zu hohe Bordsteine oder nicht vorhandene Aufzüge“, sagt Aljukic. Es sind die Einstellungen der Menschen.

Er bestätigte damit meine Aussage – Neues Handeln bedarf vor allem ein neues Denken.